Alles was ein Bundespräsident schöner ist als ein Aff, ist Luxus.

Weil grad der österreichische Bundespräsident neu gewählt wird, haben sich meine Studenten die aktuellen Wahlkampagnen angeschaut. Textlich kann man nicht meckern: Alle versprechen in schönster Harmonie das Gleiche: Heimat, Zusammenhalt, Stärke, Vertrauen und Sicherheit.

Ja, da kann man nicht schief liegen, wenn man blind wählt – alles richtig und wichtig. Ich hab dann bloß zu bedenken gegeben, dass auch das Auge mitwählt. Die Kandidaten unterscheiden sich zwar nicht inhaltlich,  optisch hingegen schon sehr. Nichts gegen den Herrn Khol, aber zu „sexiest man alive“ wird man ihn wohl nicht wählen. Der Wähler hat ja eine optische Verantwortung: Das Foto vom Bundespräsidenten ziert dann jahrelang die Klassenzimmer, Ämter und Behörden. Da kann man die Jugend ästhetisch versauen, wenn so grimmige Augenbrauen und angewiderte Mundwinkel täglich grüßen, wie weiland das Murmeltier. Außerdem: Der Präsident wird ja auch ins Ausland geschickt. Dort repräsentiert er das Land, welches die meisten mit Schwarzenegger und Mozart verbinden. Der ist dann der Muster-Österreicher und verantwortlich für das Österreich-Bild. Also wenn dann der Herr Hofer auf Staatsbesuch geht, dann könnte es aufgrund seiner bubihaften Optik entweder zu einem Anstieg der Sextouristen in Österreich kommen – oder die Besucher bleiben ganz aus. Ich würde den ja nicht empfehlen.

Reden wir Tacheles: Schön ist keiner der Kandidaten. Ich musste sofort an die Tante Jolesch denken: Alles, was ein Mann schöner ist als ein Aff…, nun man kennt es. Einzig die Frau Griss könnte meinen ästhetischen Kriterien entsprechen.

Ich hab also die Studierenden texten lassen, um die Chancen von der Frau Griss zu erhöhen. Das Slogan – Glanzlicht bei den Publizisten war:

„Mehr Biss, wähl Griss.“

Die Texterklasse der Werbeakademie war auch nicht faul:

Politik braucht Wechseljahre„.

Nun, ich hoffe, jemand liest das und die Frau Griss macht das Rennen. Es ist eine Frage der Ästhetik.

 

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