Staatsopa Berlin und andere Dramen.

Wieder einmal in Berlin. Pingi und Guini, meine beiden Pinguine an der Staatsoper besucht. Und Überraschendes entdeckt: Die Berliner Verkehrsbetriebe machen richtig Super Werbung. Nicht nur der Super-Song „Is nich egal“. Täglich entdeckt man Neues zum Schmunzeln und sich freuen. Oben zum Beispiel der Hinweis auf die täglich millionenfach stattfindenden mobilen Installationen.

Ja, mit den Stangen und vor allem den Mustern haben sie es. Im BVG-Online-Shop gibt es eine komplette Garderobe mit den Sitzmustern der U-Bahn. Hut, Bluse, Blouson. Sehr empfehlenswert: Die Badeshorts (knielang) im BVG-Muster.

Und die Busse sind so nett betextet. „60 qm ohne Küche und Bad, € 60.- pro Monat“ wirbt für die Monatskarte. Aber es kommt noch besser: die mobile Jahreskarte.

Mit der Firma Adidas hat die BVG Sneakers entwickelt, Turnschuhe, deren Zunge eine Jahreskarte ist. Die Sneakers waren natürlich limitiert, kosteten aber nur € 180.- . Die Jahreskarte kostet 3 mal so viel. So war es nicht verwunderlich, dass sich vor den limitierten Schuhgeschäften Schlangen bildeten, länger als beim iPhone X: Die Berliner Jugend kampierte vor den Shops.

 

Man muss die Schuhe natürlich anhaben, wenn man in eine Kontrolle gerät. Aber hübsch sind sie ja auch noch, mit dem Muster auf der Seite.

Man könnte eigentlich sogar in die Staatsoper mit ihnen gehen. Wenn man denn in die Berliner Staatsoper gehen will. Auf das Lob der BVG folgt gleich der Tadel für die Staatsoper. Unsummen verschlingt der Bau und alles wird häßlich. Luster hängen da herum, in deren Licht man aussieht wie 112 – auch wenn man 30 ist. Man kann sich vorstellen, wie alt da die 112-Jährigen aussehen.

Und die Luster selber! In Rumänien gibt es Möbelgeschäfte, die ausschließlich Möbel für den gehobenen Zigeunerhäuptlings-Bedarf anbieten. Barocke Betten, Rokoko-Kronleuchter aus Plastik. Die Betten haben die Interieur – Gestalter der Oper leider nicht genommen, das wäre ja noch originell gewesen. Aber gut 5000 Luster haben sie eingekauft und die Staatsoper damit verschandelt. Wer unter der Schwere der Design-Last ächzt, findet leider nirgends ein Stühlchen oder Bänklein, worauf man sich ausruhen könnte. Kein Sitz, nirgends. Aber Steh-Tischchen wie in den 80ern. Hier ein Blick auf den der Traurigsten traurigster Saal – aus der Bretzel-Perspektive.

 

 

Ja, der Staatsopa Berlin. Für viel Geld Hörgerät implantiert, aber sonst Leichenkälte. Und nebenan die elegante Klassik Schinkels. Ein Drama.

 

 

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