Business in Budapest

Urlaub ist in etwa 99 von 100 Fällen eine extrem aufwendige, zutiefst demütigende Angelegenheit, in dem man sich aller Bequemlichkeit beraubt in Lebensumständen wiederfindet, die das Wort Leben nicht im mindesten ausfüllen. Während Ferien noch mit einem gewissen Maß an Freiheit einhergehen, der Freiheit, Tagelang Basilikum zu kauen oder wochenlang auf eine Plantane zu starren, so ist Urlaub eine Höllenmaschine, in dem kluge und dumme, schöne und häßliche Menschen sich unversehens als Touristen wiederfinden, d.h. als Rädchen jener Maschinerie, in welcher Täter und Opfer eins werden und die Strafe der Untat auf dem Turnschuh folgt.

Aber gottlob sind findige Menschen wie SIe und ich auf einen Trick gekommen: Wir machen Geschäftsreisen. So ich und mein lieber Kunde JM aus Berlin. Letzten Donnerstag fuhren wir auf Geschäftsreise. Und trafen uns zwecks Business in Budapest.

Budapest ist Luxus.

Alles ist ein bisserl prächtiger als in Wien und von Berlin wollen wir überhaupt nicht reden, weil die Berliner haben für sowas weder ein Händchen noch die Mittel.
Aber Budapest tanzt sehr begabt ums goldene Kalb.

Wenn man Tourist wäre, hätte man jetzt dieses Konfekt kaufen müssen, als Souvenir, aber das hab ich mir sparen können, weil ich ja Business-Reisender bin.

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Von kleinen Teufelchen wie diesem magisch angezogen. Dahinter verbarg sich sicher ein Kaffee oder Restaurant.

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… nein, das ist nicht Indien, sondern Budapest. Selbst der abgebrühteste Business-Reisende macht Fotos wie ein Tokajer-Tourist.

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Opulenz, Opulenz. Auch Business-Reisende essen. Wir hatten Gulaschsuppe bzw. Gänseleber, das können die Ungarn gut. Wenn man davon erschöpft ist, findet man doch gleich ein weiches Sofa.

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Den Rest der Nacht verbrachten wir im Grand Hotel Hungaria, wo wir nach erquickendem Schlaf, wolfshungrig wie wir waren, deftige rote Würste frühstückten. Das war umso bedauerlicher, weil es beim Business-Dejeuner im Gresham Palace, nun Four Seasons, Eggs Benedict gab, die wir leider nicht mehr unterbringen konnten.

Ein Londoner Versicherungsunternehmen hat im 19. Jahrhundert eine Niederlassung in Budapest gebraucht und ein Palästchen an der Kettenbrücke etabliert. Drunter ging es anscheinend nicht in Budapest. Heute ist es das Four Seasons.

Man fragt sich wirklich, wie die Magyaren das bewerkstelligt haben. Keine Bodenschätze, keine Ölfelder, kaum ausbeutbare, weil ständig rebellische Landbevölkerung, und außer Zwacks Unikum keine nennenswerte Drogen-Produktion. Wir haben Moskau und Havanna gesehen, und die Wirtschaftswissenschaftler haben uns erklärt, wie deren Pracht bezahlt wurde. Aber Budapest – alles ein einziges Rätsel. …

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