comme Dieu en France

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Das ist die Kapelle Notre Dame de l’Esperance in St. Pons de Mauchions, welches ist ein kleines Dorf im Herault, etwa 40km hinter Montpellier. Da waren wir eingeladen am Tag nach dem quatorze juillet, dem französischen Nationalfeiertag, von Pierre Ermakoff, le beau père de Florence. Er besitzt da 3 Häuser, sans comfort (was en France sans comfort heißt, bedeutet in Österreich „deluxe“, sagt H. )

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Von den 3 Häusern blickt man auf diese Kirche, sie ist nachts beleuchtet und empfängt die vom Strand Heimkehrenden mit mollig warmen Armen.

Früh morgens geht man in die Epicerie von Sonja, es gibt dann frische Croissants mit Schokolade und allerhand Ekelhaftes pour les Enfants. Alle Kinder treffen sich morgens in der Epicerie. Ab Mittags hat sie dann gottlob geschlossen.
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Pierre baut auch Wein an und die Cooperative der Gegend macht einen „Chateau de St. Pons de Mauchiens“ draus. Es gibt zwar kein Chateau, kein Schloss in St. Pons, aber Pierre meint, wenn Chateau draufsteht, dann verkauft sich der Wein besser.

Nachmittags um 5 packt man dann die Sachen und fährt an den Strand, nach Frontignan oder Séte.
Die Damen in Schwarz sind ich und Florence.

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Florence kenne ich seit November 1989, sie hatte ein Stipendium, um in Berlin über Robert Musil zu forschen. Es war das Jahr, als die Berliner Mauer aufging, und wir sind ganz viel ausgegangen. Alles war im Musil-Fieber und ganz Berlin war eine Cocktail-Bar und eine Stadt ohne Eigenschaften. Alles und jeder ging aus. Jede Nacht. Zeitgleich haben sie Techno erfunden. Seitdem haben wir uns in Wien und Chicago, in Berlin, Oxford und Potsdam wiedergesehen. jetzt lebt sie in Madison, Wisconsin, und unterrichtet Literaturwissenschaft in Syracuse, NY. Manchmal kommt sie nach Europa, um Vorträge zu halten über Flaubert oder Musil.

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Das sind Kundry und Tonio am Strand. Florence & Ivan haben ihn nach Thomas Mann’s Tonio Kröger genannt.

Wasser: Wenn man nicht zum Meer fahren will, kann man auch im L’Herault baden. Hier am Pont de Diable.

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Schreckliche Wagehälse springen von der Brücke – etwa 12 Meter – in die Schlucht des Herault. links und rechts entsetzliche Felsen.
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Aber die Kinder haben es ganz lustig.

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Max, Tristan und Tonio nach dem Schwimmen. Oder vorher?

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Jetzt kommt Kültürü: Hier die Kirche von Clermont l’Herault.
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Und hier der französische Getränke-Blindtest.

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In der Arena von Nimes gab es ein kostenloses Popkonzert von Placebo. Es war deshalb kostenlos, weil wir von draußen zugehört haben. Die 2000-jährige Akustik, Sie wissen schon.

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Hier sind wir bereits bei den Päpsten in Avignon. Das ist eine ganz prickelnde Geschichte. Man stelle sich vor, sie wären in Rom geblieben – wie hätte Gott in Frankreich dahinkümmern müssen! Schön, dass sie ein Chauteau neuf du pape gebaut haben. Das wollte ich bei 45 Grad im Schatten, zum Leidwesen der Kinder, besichtigen.

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Da ist es auch schon. Ein Teil davon. Der nach oben strebende Teil. Da Spiritualität ganz viel mit Spiritus zu tun hat, haben wir dann 3 Flaschen Chateau neuf du Pape gekauft, um ein wenig Seligkeit mit abzubekommen.

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Die Vinothek lag gegenüber vom neuen Schloss der Päpste, in der Straße des Geldes. Er war sehr teuer, der Chateau neuf, die Schlösser wollen ja bezahlt und erhalten werden.

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Er war auch schwer, der Chateauneuf du pape, hier im weißen Karton, die Kinder haben sich ganz schön damit plagen müssen. Das macht der Gehalt an Seligkeit, der ist gewichtig. Im Hintergrund die Plakate für das Off-Theater-Festival in Avignon, es war ziemlich viel los. Und hinter den Plakaten wieder ein Stück vom Chateau neuf du pape en pierre.

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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Chateau neuf du pape für alle.

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Und die Caillisons d’Aix nicht vergessen!

Danach sind wir noch ins wunderbare bergige Luberon gefahren und haben das chateau vieux von Donatien de Sade gesucht. Und gefunden.

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