d14 – die Schlechte-Laune-documenta.

Ja, auch wir waren auf dem Mega-Kunst-Event in Kassel. Just zurückgekommen, wird dieser Blog noch unter voller Kunst-Dröhnung geschrieben. Nix Gutes hatten wir gehört, aber wir sind trotzdem hingepilgert. 1., weil B & ich das seit 1982 immer tun und 2. weil wir uns noch nie vom Feuilleton etwas haben sagen lassen. Also, es war voll die Opfer-documenta. Versklavung, Post-Kolonialismus, zertrümmerte Flüchtlingsboote, frisch ausgegrabene Nazi-Verbrechen, Hunger, Elend, Ausbeutung und Ungerechtigkeit, wohin man schaut. Wir wurden voll durch die Blutmühle gedreht.

Normalerweise wäre das ok. Wenn Kunst nicht politische Kritik oder zumindest Gesellschaftskritik unter die Leute bringt, berührt sie mich nicht sehr. Aber geht es dabei nicht  auch um die Wahl der Waffen? Der Künstler sollte schon die Schlagkraft eines Leopard II anstreben. Oder die schneidige Eleganz einer Cruise Missile. Aber vieles des Gezeigten hatte Form und Wirkung einer Bärenkeule. Anfänger-Zeug eben.

Was mir gefallen hat? Nun, der Parthenon aus Büchern. Die Installation von Theo Eshetu. Die Mail Art in der Neuen Neuen Galerie, vor allem Ruth Wolf-Rehfelds Arbeiten.  Schlußendlich fand ich den Chef, Adam Szymczyk, in seiner diktatorischen Verwirrung auch nicht schlecht. Die Auswahl der Künstler erinnerte mich an das Zufallsprinzip, wie es auch Herr Oberhuber hier in Wien gepflegt hatte. In einem Jahr werden nur Afrikaner aufgenommen, im nächsten nur Leute mit Übergewicht und im dritten nur die im Sternzeichen Wassermann. Da kann man prinzipiell nichts falsch machen.

Um den Versuchen, schlechte Laune aufkommen zu lassen, zu entfliehen, besuchten wir mehrere Hauben-Lokale und bewunderten die Wasserkunst und den 300 Jahre alten Herkules auf der Wilhelmshöhe. Den 8 m hohen Superhelden haben die Götter vergessen, jung sterben zu lassen. Angegraut hält er sich Lendenwirbel 4-6. Die Bandscheiben.

Eigentlich ein sympathischer Ausflug nach Kassel…

 

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