Daphne.

Zwischen den hunderten von Weihnachtsfeiern, wo man sich sehr bemüht, den Anschluss an die Menschlichkeit nicht zu verlieren, besuchten wir auch noch die Oper Daphne.

Nun, jetzt können Sie noch beim kleinen Weihnachtsgewinnspiel „Wer ist Daphne ?“ mitmachen. Wer von diesen 5 Grazien ?
Sie werden vergeblich raten. Das ist ein Foto von der wohl schönsten Weihnachtsfeier 2011, von Barbaras „Notte Italiano“. Barbara ist die mit dem keck gebundenen Halstuch. Im Studio Alessandri war das. Bekannt als das tanzende Design-Studio. Sobald Adriano „Azurro“ schmettert, geht es los mit dem Geschüttel und Geschiebe und Geshake, dann über den ganzen Paolo Conti , etc. pp. Dank an DJ Alexander, im Bild ganz hinten rechts.

Also zurück zur Oper. Daphne. Ein spätmildes Alterswerk von Richard Strauß, mit dem ich mich jetzt als 18-Jahre-in Wien-Lebende vermehrt beschäftigen möchte.
Der Gönner, Bruder im Geiste, begrüßt das, hat er doch noch Vorbehalte gegen Wagner und einen unerschöpflichen Fundus an guten Karten. Hier sieht man sehr gut, wie gut uns die Staatsoper wieder untergebracht hat. In der Loge neben dem Proszenium, über den Orchester.

Daphne ist die weiße Lichtgestalt und die schwarze ist Johann Botha, in Gestalt des Gottes Apollo. So schön es ist, Herrn Botha mit geschlossenen Augen zu hören – wenn man der Handlung auch visuell folgen möchte, ist er wahrlich kein Augenschmaus.
Ich erinnere immer die Kritik des Blogger-Freundes www.innererburghof.de, der Botha als Fidelio sah. Wie Leonore dem armen, verhungernden Gatten ein Stück Brot in die Gefängniszelle schmuggelte. „Nimm hier einen Bissen Brot, Du Armer“. Und Botha hat 190 Kilo ! Ein hörbares Schmunzeln ging durch das Publikum. Aber Herr Botha ist wohl ein sehr oraler Typ und hat nicht die geringste Lust , Diät zu machen.

Egal, ich fand es lieblich bis erholsam, und dann hatten wir ein fulminantes Orchester.
Frau Simone Young, die Direktorin der großartigen HAMBURGISCHEN STAATSOPER, hat ihr Bestes gegeben.

Sowohl Tristan als auch der Gönner behaupten steif und fest, dass weder Geiger noch Bläser auf die leidenschaftlich fuchtelnde Frau Young geschaut hätten. Die Philharmoniker kennen die Weise und kennen den Text…. wer braucht da einen Dirigenten ?

Hinterher, nach dem begeisterten Schlußapplaus, explodierte der Gönner und meinte, sowas an Kitsch, vor allem musikalisch, hätte er lange nicht mehr gehört. Der 74 jährige Strauß, seiner Librettisten Hofmansthal und Zweig beraubt, hätte sich nur mehr aus seinem Gefälligkeitsfundus bedient. Da ja mein eigener Urgroßonkel jahrelang mit Richard Strauß Skat gespielt hat,
war ich über solche Kritik erhaben.
Als Strauß-Beginner bin ich voll zufrieden. Einfache Weisen, gut vorgetragen, fast so wie Adriano Celentano oder Paolo Conte.
Dank an Tristan, der den Opernabend angeregt hat ! Und, liebe Leser, schaut am 7 Jänner mal wieder vorbei, dann gehen wir alle zusammen in die FLEDERMAUS !

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