Das hätte ich nicht gedacht.

Heut waren wir im RaumMitLicht, der wunderbaren Galerie in der Kaiserstrasse, die Josephine galeristisch betreut. Es gab sehr konsequente Arbeiten von Nana de Bary, Fotos, die man eigentlich sehr verlockend findet, die man aber nirgendwo hintuen kann. Seltsame jedenfalls. Sie waren auch nicht betitelt (ganz schlecht, ich geh ja immer nur zum Lesen zu Kunst-Events) sondern cool durchnummeriert von one bis seventeen.

Egal, wer interessiert sich schon für Kunst, interessant sind ja immer nur die Menschen – weshalb ich diesen Blog schreibe, ist natürlich Josephine. Sie sah umwerfend aus mit so einem slicken schwarzen Hosenanzug und endlos langen Beinen. „Ja“, so ihr Kommentar auf ein kleines diesbezügliches Kompliment, „Ich als strickende Köchin schwöre natürlich auf die Plateau-Sohle!“
(Hier zeigte sie uns die neuen Schuhe)
„Niemals High Heels, die sind ja so schrecklich EINDEUTIG. Ich mag gern Bodenhaftung, und vor allem keine Eindeutigkeit.“

Ja, liebe Freunde, da haben wir wieder etwas zu denken. Während wir da mit Francesca Habsburg und Electric Indigo rumstanden, eine kleine Glamour-Dusche erhoffend, Blick steil nach unten.
Josephine führte noch an, dank ihrer nicht-eindeutigen Plateau-Sohlen hätte sie schon des öfteren nach diversen Nächten SMSe bekommen mit dem Vermerk: Das hätte ich nicht gedacht.

„Früher“, so meinte Josephine, hätte man „Rosen zugeschickt bekommen, aber heute freut einen ja schon ein SMS mit DAS HÄTTE ICH NICHT GEDACHT“.

Was will einem dieses sagen? Dass man heutzutage das Denken verlernt hat? Erst durch Schuhwerk wieder dran erinnert werden muss, mal zu denken? Oder dass man ab und zu in Galerien gehen sollte, wo die Erkenntnisse wohlfeil in Plateausohlennähe angebracht sind? Wir wissen es nicht, aber am 17. Oktober ist ja wieder eine Eröffnung.

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