Der 10-fach überbuchte Siegfried zu Wien.

Oh Du vernachlässigter Blog! es gab ein Ereignis, dessentwegen sich wieder zu schreiben lohnt. C.Thielemann, der preussische Hampelmann, dirigierte in der Wiener Staatsoper den Ring. Das ist natürlich was. Das nächste Mal greift der Meister erst 2015 für Wgners Ring zum Taktstock.
Da wollten alle dabei sein. Ich auch. Und weil mein Generalsponsor wegen eines Gänsebratenessens die Karten sausen ließ, musste ich auf Stehplatz !

Des Wurmes Würger – Siegfried ist ja immer das schlimme Kind der Arbeiterklasse. Lieblos erzogen, präpotent und phallisch protzend. Unsympathisch, aber heute kriegte er den meisten Applaus. Die Aufführung war also passabel. Trotz Thielemann. Ich bin nämlich sehr gegen Dirigentenkult. Oder Intendantenkult. Ich plädiere in der Oper immer für ein „DENKMAL FÜR DEN UNBEKANNTEN STEUERZAHLER“. Denn das wahnsinnigste an der Oper ist immer, dass sich Wahnsinnige finden, um sie zu bezahlen.

Deshalb will ich nicht so hart mit Christian Thielemann sein. Er hat sich Mühe gegeben. Sein Dirigat war gekennzeichnet von großem Ehrgeiz, die Instrumente voneinander zu trennen. Pausen einzuschieben, die Hörner nicht gleich von Streichern überschwappen zu lassen. Bei so großem Ehrgeiz kam es natürlich zu Pannen. Also , die Phillis sind per se großartig, aber wenn sie gezwungen werden, solistisch zu spielen, sind sie natürlich nervös und verspielen sich. 2 mal hab ich böse Patzer gehört, aber die Wiener waren fest entschlossen, alles großartig zu finden. Die Brünhilde wars übrigens wirklich.

Und die Inszenierung, fragen Sie?  Nun: ein gnädiger Gott hat mich die Brille zuhause vergessen lassen.

 

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