Der geglückte Tag.

Nachdem die grauenvollen Osterferien überstanden waren, gab’s doch mal Silber am Horizont. Der geglückte Tag begann ganz harmlos um 7.45 – mit ein paar hektischen Emails. Adrenalin! Ich hab geschrieben und geantwortet und alles und jeden auf cc gesetzt, dass es eine wahre Freude war.
Dazwischen – weil man auf Antworten wartet, Zeit für Briefe nach Berlin und Frankfurt / Main. Und zur grauenhaften alternative Schule im Wuk, wo meine Tochter hinwill – aber nur hindarf, wenn die Eltern die Aufnahmeprüfung bestehn.
Kundry, das sieht schlecht aus!
Dann noch Kundenbesuche und Telefoneinheiten (Kommunikationszeitalter) und Mittagessen kochen. Nun endlich Freiheit! Haus der Industrie, wo ein alter Freund einen Vortrag hielt.MDean.jpg
– über Freud und Leid des EAN Codes. (Und alter Freund trau ich mich fast nicht sagen, weil dann isser beleidigt.) Jedenfalls, Haus der Industrie war wunderbar gediegen und alle waren unheimlich ernst.
Dann ging es zur evangelischen Osterfeier in Tristan Reif’s Schule. Alle Kinder finden ihre Eltern peinlich, aber mein Sohn hat wohl die peinlichste Mutter von allen. „Bitte hol mich nicht von der Schule ab, Du siehst immer aus, als kämst DU gleich aus der Disko“.
Weil ich mich aufgrund von Ergötzungsmangel mit einem alleinhingeschickten Vater unterhalten habe, hat er gleich gemeint: „Bin ich froh, dass der schon verheiratet ist“. Die Jugend von heute ist fast so schlimm wie das Alter von heute. Was war ich froh, dass S. anrief, ob ich Lust auf ein Sonnenuntergangsachterl hätte. Wir diskutierten heftigst, was passiert, wenn im Cafe Savoy ein Russe eine Wodkaflasche gegen den 40m2 – Spiegel wirft. Ob der neue Spiegel dann durch das Fenster kommt oder die kleine Tür abgerissen wird? Dann kam H. vorbei, weil der Tango-Filmabend im Filmcasino ausverkauft war. Ich war froh, weil ich`s`dem Filmcasino gönne, wenn es ausverkauft ist, und außerdem glaubte ich, der weltoffene H. und der weltoffene S. würden sich in Freude über Südamerika, Afrika, Männer und Frauen austauschen.
Mitnichten. Man redete grade über Hundesorten. Ich begann dann wieder mit dem Wetter in Wien, und S erzählte von Gänseleberpaté.
Schluß: Peter Handke hat auch nichts besser gemacht, außer schöne Titel schreiben. Bücher muss man einfach kaufen, wenn sie „kurzer Brief zum langen Abschied“ heißen. Oder „Versuch über den geglückten Tag“.

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