Die Atomschürze.

Gestern war Muttertag. Der 11., den ich schon durchgestanden habe. Im Bestfall legt die abgehärmte entbehrende Mütter ihre abgearbeiteten und verhärmten Hände in den Schoß, um sich verlogene Gedichte ohne gutes Versmaß, mit holprigen Reimen und erbärmlichen Wortschatz anzuhören.
Aber dabei bleibt es meistens nicht: Die Schulfächer Textiles Werken und Technisches Werken betrachten den Muttertag als ihren persönlichen Reichsparteitag und werden den Teufel tun, diesen Tag abzuschaffen.

Was Weihnachten für den Einzelhandel ist Muttertag für die Werklehrer. Da können sie zeigen, was sie von den Designer-Wohnungen halten, die sich die Eltern ihrer Schutzbefohlenen angeschafft haben. Schluß mit good taste, heißt es im Werkunterricht, jetzt kommt Ornament und Verbrechen zurück in die Designer-Hütte. Die Eltern sind diesen Liebesgrüßen schutzlos ausgeliefert: Was die lieben Kleinen da mit Eisenbeton, Ton und Klorollen zusammengeschustern, muß mindestens bis Weihnachten aufs Regal gestellt werden. Sonst gibt es Tränen.

Dieses Jahr bedanke ich mich bei Tristan Reif und der Atom-Schürze.
Kundry war so freundlich, nur eine Herzchen-Kette zu basteln, die wir jetzt als eine Art Himmel über den Fernseher geklebt haben, aber Tristan hat sich extrem Mühe gegeben und eine Küchenschürze liebevoll mit einem Radioaktivitäts-Zeichen und 2 explodierenden Atomkraftwerken verziert.

Die Lehrerin habe ihn gefragt, ob er meine, dass seiner Mutter so etwas gefällt, erzahlt er treuherzig, aber er hat sich nicht beirren lassen.
Jetzt müh ich mich natürlich mit der Exegese dieses opus profundi. Ist das eine Metapher – für meine Kochkünste? Für mein Wirken auf die frühkindliche Psyche? Ist nicht jede Mutter laut Freud eine toxische Bombe, die noch 20 Jahre nach der Matura schwere Vergiftungen in der Seele der Söhne und Töchter zeitigt?

Soll ich die Schürze zum Psychiater tragen? Tristan hat sie bereits in den Müll geworfen, weil es am Abend des Muttertags zu einer Meinungsverschiedenheit kam und er mir das Geschenk plötzlich nicht mehr gönnte. Ich habs aber wieder rausgeholt.

3 Comments Die Atomschürze.

  1. Mahmūd Ahmadinedschad

    Hello Mrs Reif,

    I and the people of Iran also want to have a „Atomschürze“. We have a right to have this technologie and if you don’t send us one, we will produce our own schürzes or send thousands of Jihad-terrorists with Eisbomben!
    We know that George doesn’t want us to have the „Atomschürze“ but our people has the right for it. Don’t believe George, he is lying.
    Altough we think that everybody has the right to have a „Atomschürze“ we don’t wantt it as a present. I could give you a Fettschürze in exchange which my brother grew on his belly in the last years. After you have removed the black hair which grows on it, you can install it easily on your belly and it is also washable.
    think about it, but not too long!

    Kind regards,
    Mahmūd

  2. cosima

    Felix, hast Du diesen Schwachsinn mit der Fettschürze verzapft? Dann gratulier ich Dir mal für Deine neue schicke E-Mail Adresse. xxxcosima

  3. Felix

    wie kommst du denn da drauf? wie du weißt haben weder mein bruder noch ich eine fettschürze. lediglich die fettecke bildet sich so langsam gleich links über dem herd. in direkter nachbarschaft wohnt auch der lurch.
    tatsächlich ist das angebot fett- gegen atomschurz nicht wirklich verlockend.
    ach hätt der mahmud doch nur eine schwester mit atombusen.

    lg,
    felix

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