DIe Vienna Design Week 2011

Zunächst konnten wir das neue Buch von Walking Chair bewundern, ein 8000 Seiten füllendes Werk über die ungebremste Freude am Umgestalten und Verformen. Nunja, vielleicht sind es nicht ganz 8000 Seiten, aber mindestens 8000 feine Ideen. Und es gibt 8000 verschiedene Titel, weil die werden jeweils von Fidel Peugeot und Karl Emilio Pircher persönlich individualisiert. Super, Jungs. Weiter so.

Und dann hab ich 2 neue Lieblinge: Demian Bern aus Stuttgart, der mit seinen Copyright und Copyleft – Spielen und seiner Freude am Design mit Makulaturplakaten, mit seinen Styroporbuchstaben und seinen EXP – Mobiles verwirrt. Feine Sachen gab es in seinem Vortrag zu sehen, zum Beispiel das mit Plakaten Tapezierte „Performance Hotel“ eines koreanischen Künstlers. Die Fassade eine charmante Eulenspiegelei, so wie der Anspruch des Hotels: wer eine Performance gibt, kann umsonst übernachten. Wird jetzt übrigens noch getoppt vom Humour Inn: Er eine humorvolle Darbietung gibt, der bekommt sein Essen gratis. Alles Wirtschaftswege, die die Finanzkrise in die ihr zukommende Bedeutungslosigkeit schicken werden.

Jerzsy Seymour. Der kanadische Designer packt das Designen organisch vom Unterbewußtsein her an, der Eisberg, bei dem 90 % des Volumens unter Wasser stehen, ist ihm genauso Metapher wie der Vulkan das Bild für Gestaltungswillen. Manchmal kam er etwas zu nachhaltig daher, eine Gutmenschenanhäufung vertrag ich ja nicht sonderlich, aber seine Ur-Möbel aus Plastik, welches er aus selbstgezogenen Kartoffeln selbst herstellte, waren poppig und wild. Ich muss mir das Plastik-Rezept schicken lassen.

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Und nach soviel Anregungen gings dann ins MAK, wo Gregor Eichinger die sentimentale Idee hatte, die alten Mak-Kaffeehausmöbel zu einem temporären Café – Experiment zu versammeln. Man hatte sie fast vergessen, wo man doch vor Jahren, als das Café umgebaut wurde, ihr Verschwinden so bitter beweinte. Jung und alt sahen sie aus, als um Mitternacht die letzten Gäste gegangen waren….

Übrigens vielen Dank an Lili Hollein und Tulga Beyerle: Eure 5. Design-Week ist fuminant!

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