Eine Ginfusion in München.

Keiner heiratet, keiner hat Premiere, keiner will nach Ammerland – mein Gott, irgend etwas wird man sich doch schon einfallen lassen, um nach MÜNCHEN zu kommen. Mindestens zwei mal im Jahr übt der charmante kleine Steinhaufen eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus.

Also hab ich mir was einfallen lassen. Ankommen war schon schön, Männer in rosa Häschenkostümen hüpften durch die Fußgängerzone – Hot-Pants-Häschen-Kostüme, es war ja schließlich heiß. Ich besuchte das Wäschegeschäft meines Vertrauens, Ludwig Beck am Rathaus-Eck, und wurde nicht enttäuscht: Ein neuer Badeanzug, justament drastisch reduziert.

 

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Ein Traum in Neon-Orange mit angeschnittenem Röckchen. Leider sind meine Arme zu kurz, deshalb sieht man auf dem  Selfie das Röckchen nicht, dafür aber das prallvolle, weil ausgestopfte Dekolletee. In Gänze ist das Teil nachmittags im Stadionbad zu bewundern.

Dann wandern zum Haus der Kunst über die prachtvollen Münchener Boulevards. Wie die Bayern das so hinbekommen haben mit ihrer monumentalen Hauptstadt, wo doch nur ein kleines 8-Millionen-Völkchen in Bayern lebt – dazu noch die Hälfte Bergbauern. Wie kann man da soviel Mehrwert abschöpfen? Ein Rätsel. Vermutlich, weil die Touristen immer soviel Geld bei Ludwig Beck am Rathauseck lassen.

Jedenfalls: Haus der Kunst. Mathew Barney, River of Fundament. Den Film haben wir schon auf den Festwochen gesehen, unvergesslich in die Netzhaut eingebrannt die Ausschlachtungen und Wiedergeburten der Autos. Die Ausstellung zeigt die Abgüsse des Ford Trans Am und des Chrysler, aus geschwefeltem Epoxi und einer verrotteten Bronze. Die Ver-Trashung Amerikas wird hier inszeniert. Oder – die gescheiterte Wiedergeburt Amerikas. Schade, dass sie den Soundtrack von Jonathan Bepler nicht spielen.

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Kunst macht durstig und der Zug ließ mir noch Zeit: Die Golden Bar im Haus der Kunst hat sich was neues ausgedacht, um den Gin Tonic ein Bisserl im Preis anzuheben: Ginfusions. Das sind Teebeutel mit Kräutern, die in den kalten Gin gehängt werden. Jeder Kellner in der Golden Bar mischt seine eigenen Infusions:  Mal mit mehr Wachholder und Koriander, mal mit mehr Wermut oder mehr Rosenblättern. 2 Min. ziehen lassen, dann Eis und Tonic drüber.

Die lassen sich immer wieder was einfallen in München.

 

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