Glück in Graz

fast hätte ich vergessen aufzuschreiben, wie schön meine Reise nach Graz war! Danke, Graz! Graz mit Z – wie Zufall. Der Werberat auf dem Podium war recht angetan, weil ich einmal einen Spot mit einem leibhaftigen Werberat gemacht habe, seinerzeit für Lutz (Gestatten, Dr. Frankensteiner von der Kommission für ausgewogene Werbung). Danach hätte ich noch auf etliche andere Veranstaltungen der werbewirtschaftlichen Tagung gehen können, hab ich aber nicht gemacht, bin lieber situationistisch durch die Stadt geirrt. Sowas Schönes haben Sie selten gesehen! Zart schwitzt die Stadt, im Stadtpark weniger, ich hab gedacht, ich schaff es nie auf diesen Schloßberg, aber sie haben einen Cable-Car, der fährt fast vertikal den Hügel rauf. Hat der Kaiser von Österreich und Ungarn zusammen gebaut. Danach hatte ich Rast in einem Korbsofa, wo es venezianischen Spritzer gab, mit Aperol drinnen, und als ich die Stiegen runtergehüpft bin, wieder auf die erde zurück, kam ich dann an einem Schild vorbei, Gewaltmarsch mit Bazon Brock. Na, wenn das kein Zufall ist. Die Zeit bis dahin brachte ich auf dem Hauptplatz herum, da gab es eine Band, die Nena Covers gespielt hat, und 3, 4 Punks gab es auch. Und dann zur Vorlesung des Ästhetik-Professors! Fast 3 Stunden hat er stehend geredet, über Vermüllung, Musealisierung und Fakes. Nur einmal unterbrochen durch ein Achterl Weiß. Es zählen ja nicht die Männer im Leben, sondern nur das Leben in den Männern. 70 Jahre unter Starkstrom. Da ist man doch gern Student. Wußten Sie, dass der beste Kurator der faulste ist? Petersburger Hängung, da geht es nach Größe, und ansonsten herrscht das reine Zufallsprinzip. Jahr, Stil, Epoche, Genre, alles egal. Merci, Herr Brock, Merci, Graz. Auf dem Nachhauseweg dann das klärende, reinigende Gewitter.

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