Hans Moser, Revisited.

Weihnachtsfeiern. Ohne Ende. Wie jedes Jahr gehe ich als 4. Rad am Wagen auf ein Weihnachtstreffen 3er netter & kapriziöser Personen.
Wie kapriziös, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, wenn man sie nicht kennt. Und wenn man sie kennt, dann kann man es sich auch nicht vorstellen, weil dieses Weihnachtstreffen die Kapriziositat verdoppelt, was sag ich , verdrittelt – nein, das ist auch nicht das richtige Wort, weil man muss es Hoch 3 sehen. Das ist wie die Geschichte mit dem Schachbrett und dem Reiskorn, mit der Kapriziosität. Es potenziert sich.

Also, die 3 Personen, nennen wir sie mal KK und DoDo und Herrn F, treffen sich seit Jahren und seit einigen davon darf ich dabei sein. Warum, darüber darf ich nur mutmaßen. Vielleicht haben sie sich insgeheim nach einem Chronisten gesehnt?

Weihnachtstreff 2010 war, um das vorauszuschicken, kein besonderer Knaller gewesen, man hatte sich im Demel ob der vielen Touristen kalte Füsse geholt. Das Demel täte eh besser daran, im Winter seine Haustür auszubauen, weil das permanente Auf und Zu sorgt für Blizzardartige Kaltwindböen, die bis in den Rauchsalon vordringen und kapriziösen Personen, die ja über zarte, Reh-Hufartige Füsschen verfügen, den weihnachtlichen Tee-Treff versalzen.

Dieses Jahr sollte es besser werden, deshalb bestellte Herr F. die Bar im Palais Coburg und noch eine 5. Person, Frau M. Mir soll es recht sein, dachte ich, ist doch meine Mutter eine geborene Coburgerin und das Palais Coburg hat sogar eine Zigarren-Lounge. Ich bin nämlich Nikotinistin, und KK zufällig auch.

Nun, man überhäufte sich mit Geschenken – (ich wieder die Miesesten) und es war auch unglaublich gemütlich. Aber halt ! Wenn kapriziöse Personen zusammenkommen, darf es doch nicht allzu gemütlich sein – man hat dann doch keinen Grund, sich bis zum Rande des Nervenzusammenbruchs aufzuregen !
Zum Glück war Samstag vor dem 4. Advent und die Bankomat-Automaten brachen zusammen. Bargeldnot ! Gründe, sich aufzuregen ! Stunden um Stunden flossen unwiderbringlich im Meer der Zeit dahin, so lange dauerte der Bezahl-Vorgang. Der Kellner hat vermutlich 18 Semester „Philosophie der Stoiker“ studiert, denn er wurde immer langsamer, je hysterischer wir wurden.

Langer Rede kurzer Sinn: Wir wollten deshalb so schnell weg aus dem Coburgschen Palais, weil Frau DoDo in ihre Wohnung eingeladen hatte. Eine besonders kapriziöse Altwiener Altbauwohnung. Eine Mythenschwangere Altwiener Altbauwohnung – in der noch der Geist Hans Mosers wohnen soll. Und da wollten wir hin.

(Fortsetzung folgt morgen. )

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