Die Virokratie und der Trost des Lesens…

Liebe Blog-Leser, Sie wissen ja nicht, was ich weiß. Ich bin alt und hab „Die Maske des roten Todes“ von E.A. Poe gelesen, schenial verfilmt von Roger Corman. Und Camus „Die Pest“gelesen. Ich hab eine Virus-Epidemie in den späten 80ern erlebt, die Aids hieß. In den ersten 2 Jahren war jeder Infizierte ein Todesopfer. Wir haben 20- und 22-jährige beerdigt. Permanent. Wir haben geheult, wir waren machtlos, das Leben ging weiter.

Tante Friederike aus Salzburg. Risiko-Gruppe (81) hat sich aus einem BH eine Corona-Maske gebastelt.

Jetzt geht es offensichtlich beim Corona-Virus darum, dass wir das Gesundheits-System retten. Die größte Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht, ist, dass das Gesundheits-System kollabiert. Dass Ärzte erkranken, die dann nicht mehr ältere Leute retten können. Und genau das wird eintreten. Ältere Ärzte werden nicht mehr ältere Patienten retten können, weil sie selber Risiko-Patienten sind. Wegen der Rettung des Gesundheitswesens-Systems haben wir jetzt eine Virokratie. Das Virus beherrscht alles. Es reorganisiert unsere Weltordnung.

Lesen wir weiter: Egon Friedels „Kulturgeschichte der Neuzeit„. Ohne Pest keine Aufklärung. Keine Emanzipation. Ohne Pest keine Katharsis. Lesen Sie das, Ganghofer!

In der Virokratie können weder Herr Kurz noch Herr Söder nennenswerten Schaden anrichten. Auch die Medizinerin Pamela „InRente -Wagner“ kann sich da nicht profilieren. Virologen, die derzeit angestarrt werden, können uns nicht helfen, und auch Kardinäle nicht. Jetzt hilft nur noch ein Opfer – irgend etwas müssen wir jetzt opfern: Unseren Wohlstand, unser System, unsere Hybris, unsere Freiheit, die Hälfte unserer alten Leute? Ja, was? Leider führen sich alle Regierungen grad so auf, als müssen wir überhaupt nix opfern mit all ihren Milliarden-Hilfspakten. Gottlob gib’s die Mathe-Matura, wenn auch verspätet…

Ich lese grad wieder, diesmal Julian Barnes Buch über den Tod und das Sterben: „Nichts, was man fürchten müsse“. Immer ein Trost, die Literatur. Denn alles, was wir haben, sind Worte. Alles kann geopfert werden, Aktien, Häuser, Imperien, Menschen. Die Geschichten überleben.

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