I did it again…

Ja, liebe Freunde, es ist August.
Wider besseren Wissens bin ich in Urlaub gefahren.
Urlaub. Welch eine Erfindung.

Früher haben die Leute in der Lerchenfelder Strasse die Haustür zugesperrt und sind für 4 Wochen nach Mauer gefahren. In die Pension Glückauf. Reichere Leute haben es tatsächlich bis zum Semmering geschafft, in die Pension Daheim. Mich zog es in die Österreichische Kronkolonie Zakynthos, kurz Zak genannt.

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Hier links die bezaubernde Gastegeberin und ein Teil der Mitreisenden. Es sieht auf den ersten Blick sehr nett aus.
Auf den 2. Blick auch.

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Das ist Griechenland, wie es im Reiseprospekt steht. Hier von der Terasse des Schmieds aus gesehen. Das ist eine Taverne, wo man gut behandelt wird und stundenlang abhängen kann. Der Schmied hat allerdings privates Ungemach erfahren, seine Braut hat die Verlobung gelöst. Jemand anderes hatte mehr Polilefta.
(Was die Griechen für ein kompliziertes Wort für Geld haben. Das sagt uns doch alles.)

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Das ist das Geheimnis des Reichtums von Zakynthos: Caretta Caretta, die Meeresschildkröte, die im Sand ihre Eier legt. Sie ist sehr selten, deshalb hat Zak viele EU-Gelder zu ihrem schutz aktivieren können.

Jung-Carettas gehen nach dem Schlüpfen immer aufs Meer zu. Wenn man sie ärgern will, dreht man sie mit dem Schwanz zum Meer, dann schlägt der Instinkt zu und sie drehen sich wieder um.
Hier gibts nur Zeichnungen von Caretta, weil sie ja eigentlich überhaupt nicht existiert. G. behauptet, dass irgendwo ein Programmierer sitzt, der eine künstliche Caretta betreibt, für den Fall, dass einmal ein EU-Komissar auftaucht und was für sein Geld sehen will. Die Caretta rudert mit den Vorderbeinen und macht kleine Beiß-Bewegungen mit dem schnabelartigen Kiefer. Der EU-ler ist beruhigt und schickt neue Geldsäcke. Manchmal erschreckt der Programmierer auch Touristen mit der Kunst-Caretta. Die können dann am Wiener Wirtshaustisch die Schildkröten-Legende weiterstricken. So wie die vom Ungeheuer von Loch Ness.

In Zak trinkt der Wiener Wein aus der 1,5 ltr. Plastik-Flasche und suhlt sich wohlig im Gefühl, einmal im Jahr ein ignorantes Schwein zu sein.

Fisch gibt es übrigens kaum auf der Insel. Wenn einer gesichtet wird, glauben wir, dass er ebenfalls wie die Caretta programmiert wurde. Die Fische, die man zu essen bekommt, sind tiefgefroren und kommen aus Thailand.

Nach 4 Tagen Urlaub, diversen thailändische Fischen und sehr viel Rotwein hatte die Urlaubsverblödung ihren Höhepunkt erreicht: Wir mieteten ein CART. Das ist ein Motorrad für Feiglinge, weil es hat 4 Räder. Alle über 13 Jahre sehen aus wie die absoluten Urlaubs-Kretins. Es ist noch effektiver als das T-Shirt „Rob me, I am from Vienna and on holiday“.

Natürlich redet man sich Urlaub immer wieder schön, um die Selbstachtung zu wahren. Die lieben Leute (die man ja auch in Wien täglich sieht) und die schöne Gegend sind das Hauptargument, um den horrenden Aufwand eines Urlaubs zu rechtfertigen.
Die schönste Gegend war der Swimming Pool der Familie A., das Highlight der Insel.
Danke, ihr Lieben, dass ihr uns beherbergt habt. Ihr habt es natürlich mit völlig Undankbaren zu tun.