Kompliment an Michael Zinganel.

MZ ist ein Mensch, dem ich schon manch schöne Erkenntnis verdanke, er soll hier auch mal gelobt werden. Ausserdem empfehle ich seine Tour
The Real Crime
am 15. September, 15.Uhr, Treffpunkt Wien Museum.

MZ wird da anhand von städtischer Infrastruktur beweisen, das Verbrechen sich immer auszahlt – nicht für den Verbrecher, aber für die Volkswirtschaft. Verbrechen schafft Arbeitsplätze in Medien, in Architektur, in Verwaltung. Durch Verbrechen bekommen viele Leute Lohn und Brot, und natürlich Kompetenz – wie zum Beispiel der höchst charmante Attaché der deutschen Botschaft Wien, der schon beim Kinderpass-Ausstellen seinen ganzen deutschen Blockwart-Liebreiz vor einem ausbreitet.

Egal: MZs Erkenntnisse, dass sich Verbrechen für die Nichtverbrechenden lohnt, sollte sich in einem Crime of the Year -Award niederschlagen.

Crime-of-the-year-Preisträger bekommen im Gefängnis Hafterleichterungen und posthum ein Denkmal von der Steuerbehörde. Zum Beispiel W. Prikopil. Geschätztes Volumen seines Verbrechens: 18 Millionen Euro Plus zum Bruttosozialprodukt. Dazu gehören: erhöhte Werbeeinnahmen des Orf sowie der Tagespresse bei Berichterstattung, Psychologenhonorare,
Verleger-Werbung, etc.

Oder noch besser: Flöttl Junior. Ohne den Mann sähe es arg aus um Österreichs Anwalts-Szene. Neben deren Honoraren kommt noch der Brand Value von Cerberus ins Spiel – Cerberus würde niemand kennen ohne die Bawag – ich schätze 50 Mill. Markenwertzulage in Investorenkreisen. Dazu kommen noch die Gewerkschaftsbeiträge, die nun ohne Umweg der heimischen Gastronomie zugeführt werden. Der Wert des Flöttl-juniorischen Verbrechens kann nur geschätzt werden, wird sich aber demnächt in prunkvollen neuen Anwaltskanzleien niederschlagen.

Für diese volkswirtschaftlichen Verdienste ist doch wirklich ein kleines Denkmal angebracht. Oder ein Pour le merite.