Berlinale 2008.

jetzt ist es schon 4 Tage her, dass ich wieder zurückgekommen bin aus Berlin. Es waren ganz seltsame Tage, so konzentrationsmässig. Auch andere Leute litten an Zerstreutheit. Aber die Leute vom Pressezentrum der Filmfestspiele machten alles wieder gut.

Ja, die Filmfestspiele! Viel Schönes hab ich gesehen, viel belangloses auch. Schön war zum Beispiel, Wolfgang Martin Hamdorf zu treffen, der am Luis Bunuel Buch mitgearbeitet hat. Auch ich war „…eingeschläfert durch viele tausend Meter banal belichteten Zelluloids…“ , wie dort zu lesen steht, bis ich von „Transsibiria“ geweckt wurde. Mein Nr.1 – LieblingsFilm auf der Berlinale. Russische Seele, Russische Kamera, amerikanisches Drehbuch, super-spannend, tolle Schauspieler. Ben Kingsley um Klassen besser als in der Schmonzette „Elegy“. Götz Spielmanns Film Revanche ist auch unterhaltsam, sperrig gut, die Gilbert & George-Dokumentation unbedingt sehenswert, der Honkong-Streifen „Sparrow“ amüsantes Entertainment, der Bären-Preisträger „Tropa d’elite“ ist hart, aber saftig. Doris Dörrie hat Brauchbares geliefert (Alle im Saal schluchzten -alle hatten Eltern mit Krebs). Die Ärgernisse zähl ich jetzt gar nicht auf, der waren viele!

Die Preise haben sie natürlich dann mit der Beliebigkeits-Gießkanne verteilt, ein bisserl Politik, ein bisserl Lebensfreude, ein bisserl Kunstanspruch und ein bisserl Innerlichkeit. Ja, da ist jeder ein bisserl bestätigt und beantragt neue Fördermittel.

Auch wenn’s der Grund für Champagner fehlte: Hier das Wahrzeichen Berlins, die Rotkäppchen-Pulle. Parties waren viele. In der directors lounge ( www.directorslounge.net ) feierte ich ausgiebigst, wobei ich ein paar sehr schöne Kurzfilme von Lena v.Lapschina im Gepäck hatte, aus der Serie „17 Sekunden Kunst“. Kommt mir sehr entgegen, da ich gerade am Begriff des Neo-Commercialismus arbeite. Die meisten Spielfilme sind eh nur ausgewalzte Werbespots.

Eine schöne Party hab ich verpasst, mit Armin Mey und Marco und Daniel – da hat es Champagner gegeben, aber ich war schon wieder in Wien. Zum Trost traf ich noch eine wirkliche Celebrity:

Berlinale-Liebling Bruce la Bruce! Sein Zombie-Filmchen ist schamlos schlecht, so dass man es nur als ganz junger Mensch ertragen kann, aber er selber ist ganz leiwand.

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