Lob der Pilze.

Grad war Kerwa in Höfles (der Österreicher würde Kirtag dazu sagen) und ich bin mit einer schönen Erkenntnis zurückgekommen.
Hat jemand schon bemerkt, dass ohne Pilze kein menschliches Leben möglich wäre?
Frauen haben ja im allgemeinen – und in Höfles im besonderen – Angst vor Pilzen.
Wenn Frauen in den Wald gehen, sammeln sie höchstens Blümelein oder Brombeeren. Oder Tannengrün für den Adventskranz.
Pilze sammeln Männer. Sie sind, was das Pilzesammeln betrifft, enorm emsig, was man von ihnen sonst nicht gewohnt ist. (Im Allgemeinen, und in Höfles im Besonderen.) Sie entschlüpfen im Morgengrauen der Bettdecke und machen sich auf in den Wald, zum Pilze-Sammeln. Was will uns das sagen?

Phänomenologisch? Funktional? Praktiziert der Pilz nicht die ungeschlechtliche Fortpflanzung? Liegt darin seine Attraktivität? Oder liegt es daran, dass die meisten Pilze giftig bis tödlich sind, das Pilze-Sammeln ein Spiel mit dem Feuer, der Ausdruck einer heroischen Todesverachtung? Als wir an einem Kerwa-Abend die Pilzfrage diskutierten, vertrat ich lauthals die Meinung, dass mir Pilze herzlich gleichgültig seien. Mein Fusspilz liegt Jahre zurück und die paar Champignons, die ich pro Jahr zu mir nehme, sind nicht der Rede wert. Aber – als ich vom Bierchen trank, schämte ich mich natürlich sehr. Ohne Pilze – keine alkoholische Gärung. Kein Bier ohne Hefepilze, kein Wein und kein Schnaps. Des weiteren keine Semmeln, kein Brot und kein Gugelhupf. Ohne Pilze nichts.
Kein menschliches Leben möglich ohne alkoholische Gärung und Frühstückssemmel. Das muss einmal gesagt werden.