Noch’n Ausflug.

 

Vorab muss klar gestellt werden: Urlaub ist ganz schlecht. Sozusagen desaströs.
Im Urlaub verkommt der Mensch zu einem Flipflop&Shorts-Monster, er verheizt sinnlos Kerosin und stärkt damit diverse Doofheiten der mahgrebinischen Ölbarone. Urlaub verdirbt den Charakter, wie mein Blogger-Freund vom www.innererburghof.de immer sagt, denn er hält den Menschen sowohl vom Arbeiten als auch vom Nichtstun ab, beides schöne Zeitvertreibe.
Aber so schlimm Urlaub auch ist, so schön ist doch ein kleiner Ausflug. Zum Beispiel nach Tschechien. Ins schöne Städtchen Krumau.

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Da mäandert die Moldau. Mäander sind Flußschlingen, die sich fast wieder berühren, aber nur fast. Smetana hat eine Symphonie darüber geschrieben, die fast jeder pfeifen kann. Das Moldau-Herz, ein Mäander in Herzform, ist leider in einem Stausee verschwunden, Beweis für die herzlosen Zeiten, in denen wir grad herummäandern.

Das Städtchen Krumau, tschechisch Cesky Krumlov, hat eine grandiose Vergangenheit und eine armselige Zukunft als Disneylandmäßige Inszenierung früherer städtebaulicher Herzlichkeit. Die Touristen von Japan bis Wien mäandern durch die Stadt und kaufen entsetzliches Kunsthandwerk.

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Das Kunsthandwerk war unsere Sache nicht, wir gingen schnurstracks zum Coop und erstanden Maggi ! Die Säule der Industriekultur und der Herz- bzw. Geschmacklosigkeit.

Natürlich für Onkel Wolf aus Düsseldorf. Wolf sammelt seit Jahrzehnten Maggi-Flaschen aus aller Welt, von Burkina Faso bis nach Feuerland. Jetzt kriegt er eine Tschechische dazu.

Wir Ausflügler ….
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… hier im Krumauer Schlosspark, haben natürlich nicht Urlaub gemacht, sondern die hart arbeitenden Künstler Wolfgang Podgorschek und Brigitte Prinzgau besucht. (1. & 2. von links).
Sie machten eine tolle Führung.

Zum Beispiel zur drehbaren Zuschauertribüne des Schlossparktheaters. Die Schauspieler können den ganzen Park bespielen, und die Tribüne dreht sich immer nach.
Prinzgau/Podgorschek waren Stipendiaten von Horny Ragutska (Niederösterreich) in Krumau, und haben dem Kunsthandwerk ein wenig Kultur entgegengesetzt. Zum Beispiel mit der Makrostaub-Offensive.
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Makrostaub ist alles, was ins Haus kommt, und eigentlich nicht benötigt wird: Ausstellungs-Einladungen, Zahnpasta- und Milchverpackungen, Umhüllungen und Transportschutz aller Art. Daraus entstand dieser Makro-Staub-Kreuzweg, insgesamt 489 Kreuze aus Papier & Cardboard. Denkwürdig.

Kultur ist ja, wenn man aus etwas etwas macht, hat mal ein Kultursoziologe behauptet. Aus Sex macht man Liebe, aus Mehl macht man Brot und Prinzgau/Podgorschek machen aus sinnlosen Sprüchen ein Manifest.
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Ja, in Krumau steppt der Bär. Bzw. die Bärinnen.

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Sie heißen Katharina und Maria Theresia und wohnen im Burggraben.

Zum Schluss noch der wunderbare Krumauer Turm

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und Brigittes Zeichnungen im Atelier….

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und Tristan im Baum.

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