Nochwas zu Venedig.

Neben Filmfestspielen gab es auch allerhand Kunst in Venedig.
Kunst und Venedig, das ist ja ziemlich deckungsgleich. Ohne Kunst kein Venedig, keine aus reiner Baukunst errichtete Schöne. Auf 12 Millionen Eichenpfählen.

Und ohne Venedig keine Kunst, hab ich von GZ gelernt.

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Hier also GZ auf dem Balkon unserer Wohnung am Lido. Er hat mich durch Venedig gescheucht und mir das Reiterstandbild aus dem 13. Jahrhundert gezeigt, auf 2 Beinen springend, der Ur-Entwurf aller Reiterstandbilder.
Und dann waren wir schwimmen. Am Lido, beim Hotel des Bains.

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Hier imHintergrund das Hotel des Bains. Gustav Aschenbach würde sich im Grabe umdrehen, weil das hat jetzt eine Firma namens Estkapital gekauft. Die macht dann Luxuswohnungen draus für Leute mit zuviel Geld und zuwenig Geschmack.

Der Schönheit des Strands tut das allerdings keinen Abbruch. Während wir rätseln, ob sich hinter „Estkapital“ die Russen oder die Chinesen verbergen, fahren wir lieber mit dem Vaporetto in die Giardini, zur Biennale.

Dort gibt es einen hinreißend klassischen Österreichischen Pavillon von Markus Schinwald.

Eine fulminant temporeichen Manga im japanischen Pavillon.

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Stunden hätte ich in dieser multimedialen Gebärmutter verbringen können.

 

Die Show im Arsenale war letztlich wuselig und pointenlos.

Gäbe es nicht diesen zauberhaften Film von Christian Marclay,
„The Clock“.

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So eine feine Arbeit! Aus hunderttausenden von Spielfilmen hat er jeweils die Szenen herausgeschnitten, wo jemand auf die Uhr schaut – oder wo eine Uhr im Hintergrund ist. Es ist 5 vor 11 – und das witzige ist, dass es in Realzeit auch 5 vor 11 ist. Ein Triller. Humphrey Bogart schaut auf die Uhr – und Mathew McFayden übernimmt die Szene. So unterhaltsam. So dicht. Stundenlang hätte ich zuschauen können.

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