Ostersonntagszauber.

Die bittere Kälte der Ostertage ließ uns die Kiefer klappern, aber wacker haben wir uns durch Vegetarisches, durch Unmengen Ostereier, durch Goldhasen und Schmunzelhasen und eine Riesen-Hammelkeule durchgenagt.
Ostersamstag feierten wir die Volljährigkeit von Kundry, auch sehr nett. Besuch aus Berlin war gekommen mit Zigarren & nochmehr Schokolade.

Hasi
(Hier der Schokoladen-Ostergruß aus Paris)

Der Osterspaziergang fand bei strömendem Schneefall statt, vom Eise befreit war gar nix, aber jeden Abend haben wir um den großen Küchentisch gekuschelt, bei Tee und Glühwein.

Und auch das Seelisch-Geistige kam nicht zu kurz. Karfreitag war ich in der kargen Messe der anglikanischen Kirche in der Jaurés-Gasse, wo man angesichts des zurückgehaltenen Frühlingserwachens Mitleid mit den Gläubigen hatte: Statt saurem Messwein gab es zum Abendmahl mollig-schweren Portwein für alle. Da wärmt sich das Herz. Ein Prosit auf Heinrich IIIV, Religions-Gründer, und auf Königin Elisabeth II, derzeitiges Oberhaupt aller AnglikanerInnen.

Und am Gründonnerstag war Parsifal in der Staatsoper. Ich persönlich habe den Parsifal lieber am Karfreitag und das Abendmahl am Gründonnerstag, aber die Staatsoper hat Karfreitag zu. Da kann man nix machen. Da muss man flexibel sein.

Also Gründonnerstag. Spinat & Eier gegessen und zur Staatsoper getrabt. Jonas Kaufmann war krank, deshalb standen alle 200.- – Euro-Kartenbesitzer frierend vor der Oper und versuchten, die Karten zu verkaufen. Da war es leicht, die Preise bis auf Stehplatz-Niveau zu drücken.

Kein Jonas Kaufmann, aber ein Welser Möst. Man kennt den Akademiker unter den Musik-Interpreten, sein Gezappel und sein schreckliches Karajan-Toupet.
Er zappelte wilder denn je, denn wo Jonas Kaufmann krank ist, wittert er seine Chance auf ein bißchen Anerkennung. Der gute Mann muss in seinem Vorleben Zitteraal gewesen sein. Im Gegensatz zu seinem raumgreifenden Herumgefuchtel mit dem Dirigierstab war der akustische Output sehr gedehnt. Nach jedem Takt gab es eine 30-Sekündige Pause. Kurzum, es war langatmig und langweilig. Kein Karfreitags-ZAUBER.

Als ich nach Hause kam, erwartete mich ein Mail meines Blogger-Freundes vom www.innererburghof.de (Aus Berlin)

„Der Welsermöst wird sicherlich nicht zaudern, Euch größtmögliche Karfreitagspein zu verschaffen. Was er kann, das kann er. Und was er nicht kann, macht er dennoch. Z.B. dirigieren.“

Wie recht der Mann hat! Er war nicht dabei, aber er weiß Bescheid- er weiß, wo der Bartel den Welser – Möst holt. Gut, nahezu 98 % der Bevölkerung kann nicht dirigieren. 99 % lässt gänzlich die Finger davon. Aber warum zappelt der Mann so ? Warum solche Verrenkungen ? So viel körperlicher Einsatz bei so wenig musikalischem Gefühl???

Die Kinder wollten ursprünglich am Ostersonntag in den Parsifal, aber nach der Fern-Kritik aus Berlin beschlossen sie, lieber in die Fledermaus zur Sixties-Night zu gehen.

Aber Gott erstand wieder am Ostersonntag und sorgte für eine Gerechtigkeit für Parsifal: Erlösung dem Erlöser, Erlösung von Franz Welser-Möst !
Stellen Sie sich vor, was geschah: Er erlitt von seinem vielen Gezappel einen Hexenschuss und KOLLABIERTE ! Kollateral-Glück!

2500 Staatsopernbesucher konnten einen Ostersonntagszauber mit dem musik-freundlichen Ko-Repetitor erleben!
Die Kritik eines Ohrenzeugens:
http://www.koellerer.net/2013/04/01/wagner-parsifal/

Das tröstet ein bißchen über den anhaltenden Dauer- Eisregen hinweg….

(Jetzt eine Bitte an alle Leser: Alle jetzt Sonnentänze aufführen!)

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