Pensionisten halbieren.

Bevor wir jetzt schwungvoll zur SPÖ-Werbekampagne überleiten –

heut war’s trotzdem lustig, weil wir hatten Gulasch, das O.T. gestern gekocht hatte, und 2 Künstler zu Besuch. Stefan R. und Lena von Lapschina, die die Zufallsvernissage vorbereitet. (Nicht vergessen: 14.09., der Tag, an dem ZUFÄLLIG in der Schleifmühlgasse Galerie-Eröffnung ist.)
Das Gulasch war von GZ (wie gute Zeiten) gestern vorgetestet und für genießbar befunden worden. Jürgen Niewrzoll, Tristans Patenonkel aus Berlin, hat außerdem den ersten Sturm vom Naschmarkt geholt. Also, die Lena, da ist ein Werbetexter verloren gegangen, wie er im Bilderbuch steht – also wie in Lürzer’s Archiv.
Wir haben uns wieder der Verschönerung des Alltags gewidmet, wie immer, nach dem Gulasch, und schonungslos über die häßlichen Buckel in dem ansonsten perfekten Universum Österreich hergezogen. Grad plagt uns ein trostloses Idyll, das hierzulande Wahlkampf genannt wird. Die SPÖ-Kampagne. Fast kann man froh sein, dass wenigstens der Strache noch einen auf Volksbeustigung macht. Obwohl Lena meint „Wandern statt zuwandern“ wäre ein noch besserer Slogan. Der Strache scheint viel Geld zu haben (oder zugesteckt zu bekommen) , weil der wechselt die Plakate vor Lena’s Gasometer öfter als bessere Leute ihre Unterwäsche.
Ich hab mal für einen Politiker Werbung machen dürfen, im Wahlbezirk Berlin Mitte für den FDP-Kandidaten. Er sah aus wie jemand, wo eine BWL-Studentin Sparbuchklopfen bekommt, deshalb haben wir getextet: „Das Auge wählt mit“.

Die Kampagne hat exakt 3 Tage gehangen, dann hat die FDP auf Bundesebene interveniert.

Wobei wir jetzt schwungvoll zur SPÖ-Werbekampagne überleiten. Sie kann verbessert werden! Ja, es scheint etwas Mau zu laufen, die Wasserplakate sind leicht paranoid, aber die Kampagne kann noch gerettet werden. Liebe SPÖ:
Lena schlägt vor, die Slogans etwas zu schütteln: „Pensionisten halbieren.“ Das ist doch mal was für das Budget. Oder: „Jugendarbeitslosigkeit garantieren.“ Da hat man doch gleich ein bißchen Dialog, mit wem auch immer.

Aber da wir uns wegen der vielen Überwachungskameras nicht trauen, suchen wir auf diesem Wege einen mitfühlenden Zeitgenossen, möglichst Nichttrinker und Nichtraucher, gern auch mit Kind, der des Nachts, unseretwegen auch tagsüber, an den Plakaten die von uns verbesserte Texte anbringt, damit die Bevölkerung auch mal etwas zu diskutieren hat. Keine Angst vor Überwachungskameras und drakonischen Strafen! Gemeinnutz geht vor Eigennutz!

Wo wir schon dabei sind: Wer hat eigentlich einen Stadtplan mit genauer Position aller Wiener Überwachungskameras? Ich weiß einen findigen Verleger, der sowas drucken und verbreiten könnte. Bitte melden Sie sich!

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