Pfingsten, die gähnende Marktlücke 

Nun, hier passt ein feines Spargel-Essen, mit wärmender Hollandaise, ein paar Freunden und festlich gedecktem Tisch mit Pfingst-Servietten.

Leider gibt es in ganz Wien keine Pfingst-Servietten, und ich muss die angestaubten Oster-Servietten aufdecken. Ich kann auch den Tisch nicht mit Schokoladen-Pfingstochsen dekorieren. Einzig ein Pfingstrosen-Bouquet beisst sich mit den Osterhasen auf den Servietten.

Wo bleiben hier Industrie und Handel? Phlegmatisch überlassen sie das Pfingst-Geschäft dem Zufall. Kein Juwelier, der mit Pfingstochsen-Nasenpiercings der gelangweilten Jugend die Scheinchen aus der Tasche zieht. Pfingsten, das kommt von Penta und heisst 50. Ein Pfingstochsen-Nasenpiercing, jetzt um 50% reduziert, das hat man sich wieder entgehen lassen.

Gut, Pfingsten ist das intellektuellste der christlichen Feste, kaum jemand weiß, worum es bei der Ausgießung des Hl. Geists eigentlich geht. Das wäre auch nicht nötig, um als findiger Spirituosen-Entwickler einen „Pfingstgeist“ auf den Markt zu werfen. Ethanol mit ein bisserl Waldmeister-Aroma, in geflügelter Flasche, schon wäre ein kleiner Konsum-Anreiz gesetzt. Auch Theater und Kabarett könnten „Geistige Nahrung zu Pfingsten“ auf den Theaterzettel setzen. Nein, man dümpelt unritualisiert vor sich hin und das schöne Geld bleibt in den Taschen picken.

Industrie und Handel, man sollte Euch an Euren Pfingstochsen-Nasenpiercings durch das Dorf ziehen! Weihnachten. Ostern, Halloween und Valentinstag, das kriegt ihr schon ganz gut hin. Aber der Schwächeanfall zu Pfingsten beschert uns Rekord-Arbeitlosigkeit, Unzufriedenheit und massenhaft FPÖ-Wähler. Das darf doch nicht so weiter gehen!

 

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