Pudern wie bei Mozart, Kapitel 14 3/4

(Da hab ich mir alle Mühe gegeben, einen „nicht so schlecht wie das Mozartjahr -Roman“ zu schreiben, aber huch: Heut kommt mir auf der Straße ein Plakat entgegen. das „I hate Mozart“ heißt.
Das hat Mozart nicht verdient. Dass jemand an negativem Name-Dropping auch noch Cash verdient.
Das heißt für mich: Zeit, den nicht in Auftrag gegebenen Auftragsroman endlich zu beenden. Donatien de Sade, Held meines Fortsetzungsromans, ist natürlich ein schillernder Zeitgenosse, aber taugt er in diesem Pfründe-sicherndem Kontext wirklich als Vater einer Legende?)

„Merde“. Es war stockdunkel. Ein Glas zerbrach, als Donatien versuchte, sich zum Lichtspalt durchzuarbeiten, der durch die abgesperrte Tür schimmerte. Er hatte sich geschnitten.
„Sie wollen, dass ich diese Madame Mozart schwängere.“ schimpfte er mit sich selber. „Vielleicht hätte ich das auch getan, wenn es privat geblieben wär. Aber so – wenn sie mit dem Privaten Leben irgendwelches Kalkül verbinden, dann mag ich das nicht.“
Es antorteten die Kühe und Ziegen, die in dem selben Hof wohnten. Man hatte Donatien eingeschlossen, mit der Beteuerung, wenn er sich kooperativ verhielte, käme er bald hier raus.
„Ich bin nicht Eure Ziege und auch nicht Eure Melk-Kuh!“ murmelte Donatien den vielfältigen Schreien entgegen. Er streckte sich auf den Boden, saugte an der zerschnittenen Hand und dachte nach. „Ich hätte Lust auf die Dame, aber plötzlich ist dae ein Politikum. Ich bin privat, aber plötzlich ist das Private ein Politikum. Ich hab Sehnducht, aber plötzlich wird das instrumentalisiert. Sie hat Sehnsucht, aber plötzlich wird das ausgebeutet“.
Er glaubte allmählich, Konturen des Raumes erkennen zu können.
„Ich will hier raus“ schrie er. Es antworteten treu die Ziegen, die Schafe und die Kühe.

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