Rebläuse.

Manchmal hat man Kunden, da kann man sich nur wie ein Parasit vorkommen. Man sitzt nur dekorativ rum wie ein Mistelzweig an Wehnachten. Der Kunde rackert sich ab und investiert und überlegt und macht Termine und Qualitätsprodukte, und zu guter Letzt honoriert er einen noch für`s`Zuschauen.

Ja, ich meine Dr. WL vom Weingut Stift Göttweig. Da waren wir neulich zum Picknick eingeladen. Das Weingut Stift Göttweig hat neue Wirtschafter, neben Dr. WL. auch Fritz Miesbauer, den leidenschaftlichsten d’Artagnan der Weinkunst, den man sich nur vorstellen kann.

Er war nicht zu fotografieren, weil er gearbeitet hat, deshalb unser Tisch unter Marillenbäumen. Cordula Allessandri (erste von rechts) hat das schöne Etikett gemacht, und der Wein verkauft sich super.
Ich hab gar nichts gemacht, ausser vorzuschlagen, dass der Wahlpruch von die Benediktiner, UT IN OMNIBUS GLORIFICETUR DEUS, mit aufs Etikett kommt.
Dass wir in allem Gott loben. Oder dass wir arbeiten, um Gott zu loben. Seither lebe ich prächtig von meinem Tipp und fühl mich wie ein veritabler Parasit. Eine Reblaus der Neuzeit.

Wer mehr über Parasiten wissen möchte: Parasetes, Nebensitzer, waren Leute, die einmal eine Olympische Medaille gewonnen hatten. Zeit ihres Lebens hatten sie freien Tisch in allen Tempeln Griechenlands. Wurden gemästet. Mehr darüber in Ulrich Enzensbergers schönem Buch PARASITEN, erschienen in Eichborns ANDERER BIBLIOTHEK.