Tod in Venedig.

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oh je. Bin am Donnerstag nach Venedig gefahren, obwohl ich SOVIEL Arbeit hab und SO GAR KEiN Geld.
Ich schäme mich zutiefst. Aber ich konnte nicht anders.

Erstens war ich zum letzen Mal vor 3 Jahren in Venedig (kann man auf dem Blog nachlesen, September 2008)
Und zweitens heißt es ja BIENNALE, also 2-Jährlich. Ein Jahr verabsäumt. Da muss man schuften, um das wieder reinzuholen.

Auf nach St. Michele. Dem Friedhof von Venedig. Eine ziemlich quadratische Insel im Nordosten der Stadt. Der Sarg wird mit der Gondel dorthin gefahren.

Wenn man glück hat und evangelisch ist, wie ich, dann kann man im evangelischen Viertel beerdigt werden.
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So wie dieser Gentleman.

Es liegt auch Ezra Pound da und viele nordische Diplomaten, und auch ein Koch. Adam (Alexander ?) Jones , Schiffskoch, verstarb im April 1919, das ist fast 100 Jahre her.

Jetzt muss ich noch anmerken, dass ich früh um 9 in St. Michele war, und dass ich heute (11.September) noch immer an den Moskito-Stichen laboriere. Schöcklich! Moskitos mit Leichengift! Meine armen Beine!

Deshalb begab ich mich SOFORT in die Zivilisation zurück.

Zum Festivalpalast auf dem Lido. Ich hatte Tickets für „Killer Joe“ und für „Faust“.

und: Juhu! Faust hat den Löwen gewonnen. Herr Sukurov! Grosses Kompliment! Schon allein die
Anfangssequenz, wo dem Publikum auf der Leinwand ein riesiger Spiegel entgegenflatterte….

Faust ist ja der Spiegel an sich….

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Also, Hier Herr Sukurov, Hand aufs herz, inmitten seiner deutschen und österreichischen Schauspieler. Danke, dass ihr den Faust von Goethe und die 5- hebigen Jamben hinter Euch gelassen habt, als hättet Euch nur die Renaissance-Fasung von Dr. Faust interessiert.

Das. lieber Sukurow, ist Dein Verdienst: Ein Gretchen wie von Vermehr, ein Mephisto wie von Bosch, danke,bitte,
wie schön, dass ich dabei war.

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