Tschewengur und Norbert Hofer.

Am Pfingstmontag ging ich zu den Festwochen. Frank Castorf inszeniert Tschewengur von Platonov. Irre Herausforderung- unbekannter Roman von unbekanntem Autor, erstmals auf Bühne, und dann 5,5 Stunden. Ja, die lieben Bildungsbürger, reihenweise gaben sie auf. Auch ich gestehe: zwischendurch einschlafen, dann zwischendurch auf eine Zigarette und ein Achterl… Aber irgendwann flog der Funke.

Tschewengur ist Österreich! Die fiktive Republik, die Platonov ersann, um mit der Malaise des bösartigen Kommunismus zurande  zu kommen, wird bewohnt von Leuten, die nichts arbeiten. Stalinistische Lähmung: Alle hungern, weigern sich aber, zu arbeiten, weil dann könnte man sich ernähren, und schon ist man Kapitalist und wird geschlachtet.

Ist das nicht so, dass alle in Österreich, die nicht arbeiten, Norbert Hofer wählen? Weil Opfer sein sich irgendwann auszahlen muss? 

Ich danke jedenfalls Frank Castorf für diese irre Inszenierung der irren menschlichen Disposition.Welch eine Leidenschaft, was für eine Arbeit! Ungedankt, hoffentlich gut gelohnt. Arbeiten: Das einzige Gegengift gegen Faulpelzigkeit und Führersucherei…

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