Überall fehlen die Worte, Lazarus…

Der überbordende Jubel, der im Wiener Volkstheater nach dem Premieren-Vorhang losbrach, soll uns nicht täuschen: Das Publikum ist nämlich nicht verwöhnt. Ausgehungert nach guter, kluger Unterhaltung –  musste es doch in der vergangenen Spielzeit so manchen Mist verfolgen. Lazarus, das Musical von David Bowie, hat wenigstens ein paar kluge Liedtexte und ein paar gute Sounds zu bieten. Dazwischen allerdings breitete sich ein dümmlicher Teppich an Sprachlosigkeit aus, dem Autor ist es leider nicht gelungen, die Songs zu verbinden.

Statt dass die muntere Truppe an Schauspielern nun etwas improvisiert hätte, absurde Sterndeuterei betrieben oder nach Drogen verlangt. All das hätte das Stück etwas weiter gebracht. Statt dessen versteckte man sich hinter einem überladenen Bühnenbild, zugegebenermaßen sehr sexy Kostümen und wortlosen Umlaufbahnen um die vor- und zurückdrehende Bühnenturm-Aufhäufung. Die zauberhafte Claudia Sabitzer durfte ihr makelloses Japanisch nur 3 mal anbringen! Das Stück vom aus-der-Welt-gefallen-sein betrifft uns doch alle, sind wir nicht alle Außerirdische, die unseren Heimat-Planeten vermissen? Warum steckt man da nicht mehr Gefühl, mehr Sprache hinein?

I’ve nothing much to offer, there is nothing much to take. I’m an absolute beginner, and I’m absolutely sane….

 

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