Glauben und Wissen.

Diesen Beitrag verdanke ich meinem Physik-Professor, Dr. Langold. Er pflegte uns alle anzuschreien, wenn einer sagte „Ich glaube, der Differentialkoeffizient ist 42.“

„Glauben heißt nichts wissen!“, schrie es da. Er war Choleriker, aber nach den vielen Kriegstoten war es für die bayerische Staatsregierung schwer, in den 50er, 60er Jahren einen political correcten, pädagogisch geeigneten, im Fach Physik beschlagenen, entnazifizierten und Anti-Kolonial-gesinnten Lehrer aufzutreiben. Es war schlechterdings unmöglich. Deshalb erzog uns Dr. Langold.

Er genoss es sichtlich, dass ihm niemand das Wasser reichen konnte, und sein Standard-Satz, wenn ein Schüler mit besseren Physik-Kenntnissen als er an der Tafel stand und sagte: „Man kann jetzt Heisenbergs Unschärferelation anwenden…“  war:

„Man kann sich auch ein Loch ins Knie bohren und Feuersalamander drin züchten“.

Ich hätte nie geglaubt, dass ich mich nochmal an Dr. Langold erinnere. Er war immerhin so fair, dass nie einer bei ihm durchgefallen ist. Auch die Dümmsten bekamen eine Vier. Ein paar hübsche Damen bekamen sogar eine Eins.

Jetzt haben wir Corona und ich denke an “ Glauben heißt nichts wissen“.

Natürlich wissen wir nix. Es gibt Studien, die widersprüchlich sind. Es gibt formidable Wissenschaftler, die einfach nicht angehört werden. Es gibt Politiker, die handeln müssen, aufgrund von Studien, denen sie glauben müssen, obwohl sie nix wissen. Ich setze voraus, dass alle Politiker Schaden von ihrem Volk fernhalten wollen, aber der momentane Stand der Pandemie ist halt so, dass man nix weiß, sondern nur glauben kann.

Ich hab mich in der letzten Zeit im Ausland herumgetrieben, wo der Glaube an die Impfung gegen Null geht. Großartige Industrien entstehen, wie man die Impfung vermeiden oder faken kann – gegen Bakschisch, auch irgendwie schräg.

Deshalb begrüße ich außerordentlich die Entscheidung der österreichischen Bundesregierung, mit 1. Februar eine Impfpflicht einzuführen. 9 Wochen Zeit, um Wissen zu sammeln. Cluster anzulegen. Weihnachten zu feiern, mit der Familie und Freunden.

in 9 Wochen wissen wir ein bisschen mehr. Und dann gehen wir auf die Straße.

 

 

 

 

 

 

 

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