Die SPÖ ohne Spritzwein.

Jetzt muss ich doch aus dem Nähkästchen plaudern: Die SPÖ hatte mich eingeladen. Zu einem Workshop „Politik&Zivilgesellschaft„. Da ich grad ein Post-Familiäres Wohnen-Projekt hab, bin ich hingetrapst. Berechnung ist überall: Ich wollte die große Wiese im Karl-Marx-Hof für eine nette Pavillon-Siedlung für mich und meine Freundinnen kapern. Die Mauern, gegen die ich anrannte, könnt ihr Euch vorstellen: Die SPÖ ist natürlich auch berechnend. Sie hat den größten Schatz, den man sich nur vorstellen kann: 100.000 Wohnungen auf Gemeindegrund. Leider voll mit FPÖ-Wählern, aber dennoch…

Ich traf den sehr lieben Abgeordneten Christoph Matznetter und den ebenfalls sehr lieben Abgeordneten Jan Krainer. Am allerbesten hat mir der unbestechliche Makro-Ökonom Stephan  Schulmeister gefallen. Der ist so links wie ich, aber wesentlich gebildeter. Er hat den Genossen auf den Kopf hin zugesagt, dass die unternehmerfeindliche Politik der Sozis den intergalaktischen Finanzhaien nach 2008 Tür und Tor auf dem Wohnungsmarkt geöffnet hat.

Als Unternehmerin bin ich ganz bei ihm. Die Sozis helfen mir überhaupt nicht. Als in der Wolle gefärbte Kommunistin bin ich ganz auf mich alleine gestellt. Aber auch ich muss essen. Deshalb gab es noch, oben in der Hofburg, ein Buffet. Lachs-Röllchen, Roastbeef-Röllchen, Roquefort-Röllchen. Wasser. Apfelsaft.

Wo, bitte, fragte ich den Kellner, wo ist der Spritzwein?

Kellner: Gibt’s nicht.

Also, Herr Kern, bitte treten Sie zurück. Sie können das nicht. Warum haben Sie keinen Wein geordert, damit wir unsere Rollen vergessen und ins Gespräch kommen? Mit der Frau von der Digitalisierung? Mit der fleißigen Sekretärin? Mit Herrn Koch von der Gemeinwohl-Initiative?

Bitte, liebe SPÖ, kommen Sie aus den Schlapfen, schenken Sie uns reinen Wein ein, werden Sie aktiv  und predigen Sie Vielfalt als einziges Mittel, von der Globalisierung nicht abgehängt zu werden. Gehen Sie aktiv in die Internationale. Das ist Ihr Terrain, und unsere Zukunft.

Und geben Sie mir bitte davor die große Wiese im Karl-Marx-Hof, damit wir eine nette Baugruppe machen und leben wie Gott in Österreich.

 

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