Requesting the pleasure of your company…

Wow, bin ich aufgeregt: Am Donnerstag besuchen mein Freund André und ich die Untoten aus der Vergangenheit und zeigen Videos aus den 80ern und 90ern. Der Zeitzeiger schreibt in seiner Ankündigung wie folgt:

Bis dato war der Fernseher unerreichbar. Obwohl in jedem Wohnzimmer zu Hause, hatten ihre Besitzer keinerlei Einfluss auf die dargebotenen Bilder und Inhalte. Video änderte diese Situation fundamental. Das einzelne Individuum war plötzlich in der Lage, selber über das Fernsehbild zu bestimmen. Zusammen mit der Einführung von Satellitenfernsehen und Privatsendern veränderte Video die Medienlandschaft in atemberaubender Geschwindigkeit. Gleichzeitig eröffnete das Format völlig neue Möglichkeiten der künstlerischen Produktion und Intervention. Die Videokamera, das tragbare Fernsehstudio, wie es Emmett Brown in „Back to the Future“ 1985 beschrieb, wurde zur Waffe gegen staatliche und kommerzielle Medien. „Bilderfluten“ und „information overflow“ wurden zu geflügelten Wörtern im Mediendiskurs, der innerhalb der Kunstszene mit Installationen, Vorträgen und Performances erweitert wurde.
„Es ging nie um Kino, dieses Land alter Männer. Es ging nicht einmal um Video. Es ging um den letzten Schritt in den Heiligen Gral. Die Videokamera war der Schlüssel zu Aladins Höhle, und wir glaubten, wir könnten die Kontrolle übernehmen, unseren Anteil an diesem magischen, strahlenden Momentum zurückfordern. Wir erwarteten einen röntgen-blauen Palast. Stattdessen verloren wir uns in einem Labyrinth von Spiegelkabinetten.“ Im Rückblick verblüffend, wie sehr die damaligen Diskussionen und Positionen auch in Zeiten des Internets ihre Gültigkeit bewahrt haben und im Nachhinein geradezu prophetisch wirken.

Cosima Reif und André Werner haben seit den späten 80er Jahren den Mediendiskurs mit zahlreichen Filmen, Performances und Vorträgen durcheinander gebracht. Im Filmrisz plaudern die beiden darüber, warum sie denn jetzt Untergrund sein sollen. Nina Hartmann setzt dieses Gespräch vor Ort in ein fernsehtaugliches Format um.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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