Freu, freu !

Es ist da ! Das Russland-Visum ist da !

Nun, das ist natürlich nix außergewöhnliches, Visa nach Russland gibts wie Sand am Meer. Besonders ist nur, wie ich dazu gekommen bin. Es war mega-aufregend. Weil, ja weil –

Die Österreichische Post war involviert. Wissen Sie, was ich meine ? Das Visum ist durch die Post gekommen.

Schon als ich vor einer Woche hörte, dass die Visum-Firma in Berlin das Visum samt Pass mit der Post losgeschickt hat, war mit zum Heulen. Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ich kenne die Post in Österreich – von zahllosen Pannen. Der letzte Pass, den ich mit Einschreiben nach Deutschland geschickt habe, war 3 Wochen unterwegs. Keiner wußte, wo er war. Die Deutsche Post schob es auf die Österreichische, und die Österreichische schob es auf die Deutsche.

Dann neulich die Geburtstagspost der Kinder. Da sie eine stattliche Geldsumme enthielt, kam sie natürlich überhaupt nicht an. Gar nicht. Seitdem hab ich eine Devise „Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber nicht mit der Post“.
Zurück zum Visum. Die Zeit tickt. Der Flieger ist bestellt. Das Visum kommt nicht. Ich, den ganzen morgen zuhause, beschließe, ein Post-it am Briefkasten anzubringen. „Bitte lieber Briefträger, bin den ganzen Tag da, Stiege 3, 2. Stock.“ Ja, aber der Briefkasten war schon gefüllt. Und es lag auch ein schöner gelber Zettel drin: Einschreiben aus Berlin. Bitte nach dem Wochenende abholen.

Wut, blinde, ohnmächtige Wut packte mich. Ich war den ganzen Morgen zuhause gewesen !
Ich rannte mit der Post und dem Zettel auf die Gasse. Warf mich vor ein Postauto. Durchraste im Zickzack das Grätzel. Schließlich traf ich auf einen hilfsbereiten Briefträger. „Haben Sie mein Einschreiben ????“ „Na, dös macht die Kollegin.“ Nachdem ich mich in einem Heulkrampf am Boden wand, erbarmte er sich, zog das Telefon heraus und fand tatsächlich die Nummer der Kollegin. Und die kam auch gnädig zurück.

Ich war zu feige, ihr ihre Faulheit an den Kopf zu werfen, warum sie sich nicht die Mühe machte, bei uns an der Tür zu klingeln WO ICH DOCH DEN GANZEN MORGEN ZUHAUSE WAR.
Ich war froh, das Visum endlich in Händen zu halten.
Und ich weiß: so wie mir geht es tausenden ! Nie klingelt einer. Ach, Post.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*