Transsylvanien, Teil 3: Offroad

Weil wir dauernd in irgendeinem Hermannstädter Weinkeller herumsaßen und „Light Starters“ zu uns nahmen, hatten wir auch jede Menge Energie.
Also mieteten wir uns Fahrräder. Um die Gegend zu erkunden.

Schule

Hier Herr H. mit dem Raiffeisen-Radl vor der deutschen Volksschule in Neu-Menschendorf. Mangels deutschen Kindern ist die Volksschule geschlossen.
Das deutsche Gymnasium in Hermannstadt ist allerdings nicht geschlossen. Es gibt zwar auch da kaum noch Siebenbürgner Sachsen, aber die Rumänen gehen da gern hin. Ein deutsches Abitur gilt halt noch was.

Jedenfalls: Wenn man Hermannstadt per Fahrrad verlassen möchte, gibt es eigentlich nur den Weg nach Norden. Im Osten, im Westen und im Süden warten die Karpaten. Ein Gebirge, das sich sehr schnell. Und sehr steil erhebt.
Das ist mit dem Radl zwar machbar. Aber nicht einfach. Vor allem nicht, wenn man eine Siebenbürgener Schlachtplatte im Magen hat. Also blieb nur Norden übrig.

offroad

Das ist Frau T. auf dem Feldweg. Denn leider hat sich ein kleiner Karpaten-Ausläufer auch nach Norden verirrt. Und wir hatten uns verfahren. Und so mussten wir über den Feldweg über den Berg. Die Neu-Menschendörfler hatten uns gewarnt, dass es nicht einfach werden würde, aber wir haben es schwitzend geschafft.
Übrigens hab ich vergessen, die tollen Pferdchen mit dem Gummi-Wagen zu fotografieren. Überall gibt es noch die schönen, tiefergelegten Gummiwägen mit einem gut gepflegten Pferchen davor. Die hängen ein Fahrrad glatt ab. Vor allem über den Berg.

Jedenfalls: Unser Ziel war Ocna Sibiului, auf Deutsch: Salzburg. Da war ein Salzbergwerk, das stillgelegt wurde, die ehemaligen Stollen haben sich mit Wasser gefüllt und nun ist es ein Thermalbad. Ohne Thermik, weil nur Sonne. Aber Salzgehalt – habe die Ehre! Höher als im Toten Meer.

Salz1

Hier das schöne Jugendstil-Ensemble. Irgendwo da drinnen muss es ein beheiztes Hallenbad geben.

Salz2

Hier das gepflegte Aussenbecken. Das Foto ist durch den Zaun aufgenommen. Ja, ja, des Touristen Budget ist begrenzt und wir mussten uns entscheiden: Eintritt zahlen oder doch lieber die Siebenbürgener Bratwurst-Platte mit allen Schikanen („Light Starter“) Die Entscheidung fiel uns leicht, denn es war eher windig und nicht so richtiges Badewetter.

Da wir die Fahrräder zu lange hatten, mussten wir einen weiteren Tagessatz zahlen. Also anderntags noch ein Ausflug.

Blumen

Das entzückende Museumsdorf Astra im Jungen Wald!

Sehr beliebt bei Hochzeitern!
Hochzeit

Also, die Tüll-Dame ist nicht die Braut, sondern die Brautjungfer. Die Rumänen lassen sich bestimmt nicht lumpen beim Heiraten.

Blue1

Wenn in einem Haushalt in Transylvanien ein unverheiratetes Mädchen lebt, wird das Haus blau gestrichen.

Blue2

Hier sehen wir 2 Reisegefährten. Seit 27 Jahren unverheiratet. Da müssen wir doch eine Kerze anzünden.

Morti

Die Orthodoxe Rumänische Kirche ist sehr strukturiert. Links sind die Kerzen für die Morti, die Toten. Rechts für die Vii, die Lebenden.
Und wenn Sie da genau hinschauen: ich bin ein rechts-links- Verwechsler. Aber das sind die Rumänen auch, durch die Bank.

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